Werden Sie als Chef gemocht? Sie würden es merken…

Der Titelgewinn des Europameisters im Handball hat es gezeigt: So sieht ein Team aus, das seinen Coach/ Trainer liebt, wertschätzt, verehrt. Der Trainer, Dagur Sigurðsson, wurde nach dem Sieg von seinen Spielern auf Händen getragen. Wann sind Sie mal so gefeiert worden von Ihrem Team?
Woran merken Sie im Führungsalltag, dass Ihnen Ihr Team vollstes Vertrauen entgegen bringt, Sie toll findet, bereit ist, für Sie die sogenannte Extra-Meile zu gehen, Ihnen für den Erfolg dankt?

Ok, ich gebe zu: Im Business Alltag werden Sie vielleicht selten mit einem abgeschlossenen Vorgang in der Hand von Ihrem Team im Abteilungsflur mal eben auf die Hände gehoben und getragen.

Aber im übertragenen Sinne: Woran merken Sie, dass Ihr Team sie mag, liebt, Ihnen folgt? Und wie schaffen Sie das, was der Handball-Nationaltrainer mit seinem jungen Team bei der EM so meisterhaft unter Beweis gestellt hat?

Meisterhaft führen – Mitarbeiter emotional an sich binden

Analytische Fähigkeiten und Management-Kompetenzen sind auch wichtig, aber ganz ehrlich, damit lässt sich kein Mitarbeiter emotional binden.

Es ist viel einfacher, als man glaubt. Es ist die Persönlichkeit einer Führungskraft, die Mitarbeiter in erster Linie motiviert.

Oder anders herum: Viele Führungskräfte demotivieren allein durch ihre Persönlichkeit.
Da kommt der Chef aus dem Urlaub zurück und keiner freut sich – im Gegenteil, jeder denkt: Oh, der hätte auch noch fünf Wochen ranhängen können. Keiner hat ihn vermisst.

Goethe hat schon gesagt: Wir lernen am liebsten von denen, die wir lieben. Motivierender und bindender Faktor für die Mitarbeiter ist ein Chef, der die Ausstrahlung hat; Die Art und Weise, wie glaubwürdig, authentisch und vor allem menschlich eine Führungskraft mit ihren Mitarbeitern umgeht: In guten wie in schlechten Zeiten.

Mitarbeiter zur Bestleistung führen heißt, sie wachsen zu lassen

In der Fachzeitschrift „managerSeminare“ wurde im Januar 2014 eine Umfrage mit Führungskräften durchgeführt. Demnach haben ca. 72% der deutschen Führungskräfte Angst davor, Fehler zu machen. Mehrfachnennungen waren möglich: 38% hatten z.B. Angst vor Wettbewerb.

Und in meinen Führungskräfte-Trainings erlebe ich tatsächlich immer wieder Teilnehmer, also Führungskräfte, die Angst davor haben, dass ihnen die eigenen Mitarbeiter am Stuhl sägen. Angst verändert Menschen. Und das strahlt negativ aus.

Wahnsinn – wenn man das auf den Leistungssport überträgt hieße das, dass kein Trainer und kein Spieler jemals Bestleistung bringen kann. Mit Angst erreicht man nichts. So entwickelt man auch keine Menschen.

Mit Angst können Führungskräfte ihre Mitarbeiter nicht weiter entwickeln

Kein Coach/ Trainer im Leistungssport hätte je Angst davor, dass der Spieler besser spielt als der Trainer. Jeder Spieler spielt besser als der Trainer: Und?

Eine erfolgreiche Führungskraft definiert sich nicht über das eigene Können oder das Fachwissen, sondern darüber, dass sie in der Lage ist, Mitarbeiter zu begeistern und bei ihrem Tun Freude zu vermitteln, Mitarbeiter zu entwickeln und jeden für das einzusetzen, was er/sie am besten kann. Fertig!

Jeder gute Trainer/ Coach im Leistungssport erkennt die Fähigkeiten seiner Spieler und weiß, wo er/sie auf welcher Position am wertvollsten für das Team ist und was ihm/ihr am meisten liegt. Basta.

Wir können also einiges lernen vom Leistungssport, um als Führungskraft im Business erfolgreich zu sein und unser Team zum Meister zu machen!

Hier 5 Tipps, wie Sie Ihre Mitarbeiter als Führungskraft emotional binden und motivieren:

  1. Motivieren Sie durch Ihre Persönlichkeit: Ihre persönliche Zufriedenheit und Ihre innere Stärke strahlt auf Ihre Mitarbeiter aus. Das wirkt menschlich, authentisch und glaubwürdig! Da kommt die Mannschaft von allein zu Ihnen und trägt Sie auf Händen.
  2. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter wachsen und entwickeln Sie jeden einzelnen entlang seiner Potentiale! Erkennen Sie die Fähigkeiten eines Mitarbeiters, werden Sie zum Talentscout! Und schaffen Sie Freiraum, damit sich jeder nach seinen Wünschen und Bedürfnissen entfalten kann.
  3. Leben Sie Ihren Job mit Begeisterung. Versprühen Sie Leidenschaft für das eigene Tun. Entflammen Sie Ihr Team durch Ihre eigene Begeisterung, die nur vom Herzen kommen kann. Die Mitarbeiter, die wollen, machen dann automatisch mit und sind auch für die Extra-Meile bereit, ohne gleich die Hand aufzuhalten.
  4. Stellen Sie Ihre Mitarbeiter in die erste Reihe und gönnen Sie Ihrem Team den Erfolg. Eine erfolgreiche Führungskraft muss nicht erwähnen, dass sie am Erfolg mitgewirkt hat. Jeder weiß das!
    Eine gute und erfolgreiche Führungskraft hat meist ein gutes Team. Aber nicht jedes gute Team hat eine erfolgreiche Führungskraft. Stehen Sie lieber in der zweiten Reihe. Nehmen Sie sich selbst nicht so wichtig.
  5. Bewahren Sie sich den Spaß bei der Arbeit. Nehmen Sie das Berufsleben nicht zu ernst. Es hängt nicht Ihr Leben daran, auch wenn Sie das vielleicht manchmal glauben. Sie haben täglich die Wahl, auch Freude und Spaß in Ihr Leben zu bringen. Dann doch bitte auch VOR dem Feierabend. Und das spüren Ihre Mitarbeiter.

Viel Spaß bei der Selbstreflexion und – wenn Ihnen der Artikel gefällt – bei der Verbreitung dieses Artikels auf Ihren Social Media Kanälen.

Ihre Ilka Piechowiak – heartworker
– Sich SELBSTbestimmt durch(s) Leben führen –

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