Ilka Piechowiak Blog
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Gut gelaunt trotz Lockdown

Genieße das Leben. Gut gelaunt trotz Lockdown

„Ich kann diese sch… Online-Meetings nicht mehr sehen!“
„Ich sitze nun seit Monaten im Homeoffice, das nervt echt völlig!“
„Ich kann mein Leben wegen des Lockdowns überhaupt nicht mehr genießen.“

Das sind nur einige wenige Aussagen, die ich in den letzten Monaten im privaten oder geschäftlichen Umfeld gehört habe. Meist von Menschen, die beruflich als Führungskräfte mit Personalverantwortung tätig sind. Sollten sie nicht in der Krise qua ihrer Funktion Vorbild sein und ihren Mitarbeitenden Sicherheit und Orientierung geben?

Solche Sätze gibt es aber auch von Menschen, die keine Personalverantwortung haben: Dauernörgler und destruktiv-denkende, bei denen das Wasserglas immer halb leer ist. „In der Krise zeigt sich der Charakter“. Dieser Satz gewinnt für mich immer mehr an Bedeutung.

Seit über einem Jahr leben wir nun mit der Pandemie. Es gibt viel darüber zu lesen, zu hören und zu sagen. Diese Krise hat schon viele Todesopfer gefordert. Manche kämpfen in genau diesem Moment auf den Intensivstationen um ihr Leben, viele Menschen leiden und werden vielleicht ihr Leben lang mit den Folgeerscheinungen ihrer Corona-Erkrankungen leben müssen.

Andere haben durch Corona ihre Liebsten oder ihren Job verloren, weitere bangen um ihre Existenz. Manche mussten ihre Selbständigkeit aufgeben und leben nun von Sozialhilfe und müssen sich beruflich umorientieren. Der Platz reicht hier nicht aus, um all den Leidtragenden dieser Krise mein tiefes Mitgefühl auszusprechen.

An alle Dauer-gefrusteteten und Dauer-Nörgler

In diesem Artikel geht es mir um die Menschen, die einen Job haben, Geld verdienen und ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Die leben können! Die ihre Wohnung oder Haus monatlich bezahlen können. Es geht mir um die Menschen, die verschont geblieben sind von dem Virus. Ob durch gute Selbstschutzmaßnahmen oder durch Zufall, die jedenfalls gesund sind. Die durch das Virus keinen Menschen verloren haben.

Um diese dauer-gefrusteten und ständig nörgelnden Menschen geht es mir. Eigentlich müsste es ihnen doch gut gehen – trotz Pandemie und Lockdown. Auch wenn sie ihr Leben gerade mal ein wenig mehr einschränken müssen. Auch wenn es eben nicht so läuft, wie sie es gewohnt sind und wie sie es gern hättten.

Stattdessen jammern und meckern sie ständig und treiben durch ihre destruktive Grundhaltung und fehlende Selbststeuerungsfähigkeit ihr Umfeld mit ihren negativen Bemerkungen in den Wahnsinn.

Als Führungskräftetrainerin und Coach möchte ich diesen Menschen mein Mitgefühl aussprechen, weil sie sich ihr Leben selbst extrem schwer machen. Weil sie sich in ihrem destruktiven Gedankenkarussell im Kreis drehen. Weil es ihnen aus eigener Kraft nicht gelingt, trotz veränderter Rahmenbedingungen das Beste aus ihrer Situation zu machen und ihr Leben dennoch – mit anderen Vorzeichen – zu genießen.

Ich frage mich oft, ob diese Menschen vielleicht anders denken und sich anders verhalten würden, wenn sie plötzlich mit einer Corona-Erkrankung auf der Intensivstation lägen. Nicht dass ich ihnen das wünschen würde, ganz sicher nicht. Doch letztlich kann es ja jeden von uns treffen.

Die Einstellung ändert sich, wenn der Leidensdruck zu hoch ist

Als Coach mache ich immer wieder die Erfahrung, dass Menschen erst dann etwas an ihrer Einstellung oder ihrem Verhalten verändern, wenn der Leidensdruck hoch genug ist. Vielleicht geht es den Dauernörglern und sich ständig aufregenden und meckernden Menschen einfach noch zu gut? Jammern auf hohem Niveau würden die einen sagen. Luxusproblem die anderen.

Diese Menschen schaffen es tatsächlich, immer etwas zu finden und daran rumzumeckern, auch wenn es noch so positiv ist. Es gibt bei diesen Menschen keine positiven Gedanken, weder die Zukunft betreffend noch zurückblickend, weil ihre innere Grundhaltung einfach nicht günstig ist.

Dies führt bei vielen Nörglern dazu, dass sie in dieser für uns alle eh schon schwierigen Lage des Lockdowns schlecht gelaunt, antriebslos, genervt, gereizt und vor allem unzufrieden sind. Und leider strahlen diese Menschen das dann auch aus. Denn Ausstrahlung kommt bekanntlich von innen, sonst hieße es nicht AUS-Strahlung.

Das Schlimmste – Meckernde finden immer Andere, die auch meckern

Den ultimativen Nögler-Kick erleben diese Menschen, wenn sie mit jemandem zusammenleben, die oder der ins gleiche Horn bläst. Dann wird sich gemeinschaftlich so richtig schön negativ hochgeschaukelt. Bei Talkshows wird gemotzt und gemeckert als gäbe es dafür einen Preis. Und jedes weitere Online-Meeting im Homeoffice ist noch katastrophaler als das vorherige. Gemeinsam zu meckern macht stark und verbindet!

Anders sieht es aus, wenn die Partner unterschiedlich ticken. Wenn ein Partner positiv gestimmt durch die Krise geht, weil er oder sie das Beste aus der Situation machen möchte, der andere Partner aber nur meckert, motzt und schlechte Stimmung verbreitet. Da fragt man sich als positiv auf die Dinge blickender Partner, ob nicht doch das Single-Leben, Präsenzpflicht im Office oder eine Geschäftsreise die besseren Alternativen wären.

Selbststeuerungsfähigkeit – wichtiges Soft-Skill für Führungskräfte

Als wirklich bedrohlich empfinde ich jedoch die nörgelnde-destruktive Grundhaltung bei Managern mit Personalverantwortung. Denn da schwappt es natürlich auf die Mitarbeitenden über, wenn die Führungskraft sich so gehen lässt. Und dabei ist der Satz „Naja, ich bin als Führungskraft ja auch nur ein Mensch“ mitnichten eine angemessene Entschuldigung.

In meiner Rolle als Führungskräftetrainerin wünsche ich mir Führungskräfte, die ihre Selbststeuerungsfähigkeit weiter entwickeln und sich Mühe geben, sich in ihrer beruflichen Rolle angemessen zu verhalten, um ihren Mitarbeitenden ein bestärkendes Vorbild zu sein. Denn genau das bedeutet Führung.

Auch wenn es uns im Innern mal nicht perfekt geht, sollte man als Führungskraft nach außen trotzdem stark sein. Das macht gute Führungskräfte aus – gerade in Krisenzeiten.

Drei Tipps für Dauernörgler – für eine positive Grundhaltung

Tipp 1: Nehmen Sie den Perspektivwechsel vor

Der sogenannte Perspektivwechsel bedeutet, sich in die Lage der Menschen zu versetzen, die wirklich Not leiden. Das sind entweder die Patient*innen auf den Intensivstationen oder die Pfleger*innen. Dazu kann sich der Nörgler auch gerne Berichte von Intensivpfleger*innen zu Gemüte führen oder einfach einmal mit den Menschen sprechen, was sie täglich auf den Intensivstationen erleben.

Perspektivwechsel heißt auch, sich seine eigene aktuelle Situation einmal als Worst Case vorzustellen. Dabei können folgende Fragen helfen:

  • Was wäre aktuell das Schlimmste für dich? Und was noch? Und was noch?
  • Was wäre deine größte Angst, wenn du plötzlich deinen Job aufgrund von Corona verlieren würdest oder nur noch dreißig Prozent deines Gehaltes beziehen würdest? Wie würde es dir dann gehen?

Dauernörglern und destruktiv denkenden Menschen fällt es häufig schwer, sich in andere Situationen oder Menschen hineinzuversetzen. Insofern hilft es ihnen, diesen Perspektivwechsel einmal wirklich bewusst herbeizuführen. Noch einfacher ist es, sich und seine eigene Situation mit dem Leben anderer zu vergleichen. Auch das hilft, den Blick etwas breiter werden zu lassen und ihn nicht nur auf sich selbst zu beschränken.

Tipp 2: Zeigen Sie Demut und Dankbarkeit

Ich habe Demut in meiner Zeit als Leistungssportlerin kennengelernt, als ich auf dem Höhepunkt meiner Sportlerkarriere war und aufgrund von diversen Verletzungen nicht spielen konnte. Einen Kreuzbandriss und einen Achillessehnenriss musste ich jeweils 1 Jahr in der Reha auskurieren.

Frau mit Demut und Dankbarkeit

Demut heißt also für mich, Umstände zu akzeptieren, sich in Bescheidenheit zu üben und nicht davon auszugehen, dass alles im Leben selbstverständlich ist.

Dabei hilft es, sich die für uns „üblichen und normalen“ Dinge bewusst zu machen. Dies führt dazu, zu erkennen, dass wir darüber sehr glücklich sein können.

Wenn es Menschen zu gutgeht, verlieren sie oftmals ihre Demut. Betrachten wir die Freiheiten, in denen sich Dauernörgler aktuell beschnitten fühlen, doch mal realistisch. Was fehlt uns denn wirklich? Das Freunde treffen, das Ausgehen, das Kulturelle und das Reisen vielleicht. Aber wir dürfen doch in den Wald, in die Natur, können es uns zu Hause schön machen. Und wir dürfen leben.

Und dafür sollten wir auch dankbar sein. Nicht zuletzt sollten wir auch sehr dankbar sein, wenn wir bislang von dem Virus verschont geblieben sind.

Wenn wir uns die Dinge vor Augen führen, die im Lockdown trotz aller Beschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen möglich sind, die wir immer noch tun dürfen, dann schärft dies auch den Blick für das Gute im Schlechten. Es gibt in jeder schlechten Situation auch etwas Gutes.

Tipp 3: Finden Sie neue Wege und Alternativen

Es gibt so viele Möglichkeiten, wie wir unser Leben neu gestalten können: klar ist Homeoffice eine andere Art von Arbeit, aber wir sind so selbstbestimmt wie nie zuvor. Der Kontakt zu Freunden kann auf gemeinsame Spaziergänge oder virtuelle Treffen verlegt werden. Wir müssen uns nur Mühe geben, neue Wege und Alternativen zu finden. Wir müssen es wollen.

Glücklich und zufrieden zu sein ist eine Entscheidung! Es ist kein Zufall, der uns einfach so widerfährt. Wer seine Grundhaltung in Richtung mehr Zufriedenheit und positivere Betrachtungsweisen steuern möchte, muss dazu bereit sein und selbst aktiv werden, sonst wird das nichts.

Ich hoffe, den Nörglern und häufig unnötig destruktiv denkenden Menschen mit diesem Artikel ein paar Impulse gegeben zu haben. Denjenigen, die weitgehend positiv gestimmt durchs Leben gehen, wünsche ich genügend Kraft und Mut, den Nörglern und Miesepetern Paroli zu bieten.

Denken wir immer daran: Wir haben nur ein Leben und sind selbst der Regisseur.
Bleiben Sie gesund, munter und vor allem: Seien Sie nicht down im Lockdown!

Life is good – trotz Corona.

Ihr heartworker | Ilka Piechowiak

Wünschen Sie sich von Ihrem Chef, was Sie wollen!

Schild mit der Schrift, ich habe genau das richtige Alter, muss nur noch rauskriegen wofür

Für manche ist es schon gelaufen, andere haben es noch vor sich – das jährlich Mitarbeitergespräch, zu dem der eigenen Vorgesetzte eigeladen hat. Und viele würden am liebsten einen grossen Bogen darum machen – häufig, weil sie glauben, irgendwie „ausgeliefert“ zu sein. Dabei können wir dieses „heisse Eisen“ als Mitarbeiter gut anpacken und selbst mehr mitgestalten, als wir denken.

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Die x-mas-Lichterkette als Diagnostik-Tool für Führungskräfte

silberne Weihnachtskugeln am Tannenbaum mit Lichterkette

Wieso macht sich die Welt der Personaler eigentlich so viele Gedanken über Assessment-Tools und Diagnostik-Instrumente für Führungskräfte? Eigentlich müsste man Führungskräfte im Privatleben beobachten dürfen (geht natürlich aus DSGVO-Gründen nicht), um ihren wahren Charakter kennenzulernen. Dafür würde ich das vorweihnachtliche Prozedere des x-mas Baum-Schmückens empfehlen.

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Lieber SELF statt NUF

Leichtigkeit

Letztens frage ich einen Kunden nach seinem Urlaub, ob er gut erholt sei. Und was kommt als erste Antwort: „Ach es ist so schrecklich, ich stecke schon wieder so im Alltagsstress. Ich habe das Gefühl, ich hatte gar keine Ferien.“ Und dabei verzog sich sein Gesicht, als hätte er gerade sein gesamtes Vermögen an der Börse verloren.

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Der Chef, der schlechte Laune hatte

Die Einstellung macht den Unterschied

In  meinen Führungstrainings höre ich oft diese oder ähnliche Aussagen von Teilnehmern „Oh, wenn mein Chef schlechte Laune hat, dann verläuft ein Meeting echt anders“ oder „Wenn ich etwas Wichtiges von meinem Chef möchte, sollte ich ihn/sie am Montagmorgen besser nicht ansprechen“.   

Soll ich Ihnen was sagen? Das ist für mich – als Coach und Führungskräfte-Trainerin – ein absolutes NO GO im Führungsalltag. Aber leider keine Seltenheit.

Es gibt so viele Führungskräfte, die demotivieren allein durch ihre Persönlichkeit. Schlechte Laune, schlechte Stimmung, innere Unausgeglichenheit und teils latente Unzufriedenheit sind nur einige Ursachen eines solchen gruseligen Führungsverhaltens.

Führungskräfte sollten in der Lage sein, sich selbst, ihre Launen, Tiefen und was auch immer negativ ist, so zu steuern, dass sie nach außen angenehm und souverän wirken.

Jetzt denken Sie vielleicht: naja, die Führungskraft ist doch auch nur ein Mensch. Ja, richtig, aber ich vertrete knallhart die Meinung: wer Führungskraft ist, kann gern schlechte Laune haben und die auch zeigen.

Wer eine gute und motivierende Führungskraft sein möchte, sollte diese Launen und Stimmungen erkennen und zu steuern wissen. Zwei Softskills, die Führungskräfte meiner Meinung nach haben sollten und die nah beieinander liegen:

  • Selbstwahrnehmungsfähigkeit
  • Selbststeuerungsfähigkeit.

Oder anders ausgedrückt: wer innerlich mit sich gut unterwegs ist, mit sich zufrieden und im Reinen ist, der wirkt einfach angenehmer und ausgeglichener, motivierender auf andere Menschen. Es macht einfach mehr Spaß, mit einem Chef/Chefin zusammen zu arbeiten, der/die eine angenehme Art hat. Oder?

Ausstrahlung kommt bekanntlich von Innen. Und damit es mit der Ausstrahlung auch funktioniert, müssen sich Führungskräfte immer mal wieder fragen: mag ich Menschen? Möchte ich Menschen entwickeln? Oder will ich nur Zahlen, Daten, Fakten verwalten? Dann sollte ich keine Führungskraft werden.

Erfolgreiche Führungskräfte (also menschlich und zahlenmäßig erfolgreiche Führungskräfte) verstehen es, Mitarbeiter durch ihre Art und Menschlichkeit emotional zu binden. Und das ist nicht erst seit der Gallup-Studie so.

  • Gute Führungskräfte sind Beziehungsmanager.
  • Gute Führungskräfte mögen Menschen.
  • Gute Führungskräfte sind Menschenversteher.
  • Gute Führungskräfte sind Menschenentwickler.
  • Und zuletzt: gute Führungskräfte haben Freude daran, mit Menschen gemeinsam Ziele zu erreichen und das volle Potential der Mitarbeiter zu entwickeln.

Führungskräfte sollten immer mal wieder ihre eigene Grundhaltung und Zufriedenheitsgrad reflektieren:

Bin ich zufrieden, mit dem, was ich tue? Tue ich das, was ich tue aus Leidenschaft oder was ist mein Antrieb? Was macht mir Freude, was nervt mich? Um diese und noch viele andere Fragen geht es in meinem neuen Buch „Jetzt bin ich mal dran! Wie ein selbstbestimmtes Leben gelingt“.  Eine schöne Lektüre für die leicht angespannte, genervte Führungskraft!

Aber auch Mitarbeiter, die genervte, schlecht gelaunte Vorgesetzte haben, erhalten in meinem Buch viele Impulse, wie man seinen eigenen Chef auch umerziehen kann. Das geht! Hier geht es zum Buch

Life is good!
Herzlichst, Ihre Ilka Piechowiak

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